Zeitungsartikel zur Ratssitzung der Stadt Erkrath am 28.08.2007

Artikel aus der Rheinischen Post vom 29.08.2007

Engpass nach Erkrath soll bleiben

VON JÜRGEN FISCHER

Die Eisenbahnbrücke in Gerresheim über die Morper Allee soll auch bei Sanierung oder Bau der L 404 n nicht vergrößert werden. Dies fordern Bürger in Erkrath. Sie machten ihrem Unmut gestern auf der Ratssitzung in der Stadthalle Luft, als Verkehrsplaner aus Düsseldorf die Ziele der Landeshauptstadt in ihrem Verkehrsentwicklungsplan 2020 erläuterten.

Der Stadtrat signalisierte in einem einstimmigen Beschluss nach stundenlanger Debatte und Anhörung der erregten Bürger, dass er mit keiner Planung einverstanden ist, die zusätzlich Verkehr nach Erkrath bringt. Dabei macht er auch deutlich, dass die Stadt ihre Rechtsmittel ausschöpfen werde. Der Rat folgte damit dem Bürgerantrag der Initiative gegen mehr Verkehr in Erkrath. Über weitergehende Maßnahmen wie Verkehrszählungen, Feinstaub- und Lärmmessungen soll demnächst im Planungsausschuss entschieden werden.

Rolf Orth, Sprecher der Initiative, warf den Düsseldorfer Verkehrsplanern vor, sie wollten ihre Verkehrsprobleme zu Lasten Erkraths lösen. Orth wörtlich: „Wir haben Angst vor den Lkw.“ Er habe selbst verschiedene Navigationsgeräte ausprobiert und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass alle Geräte Lkw durchs Neandertal leiten. Dies gelte vor allem dann, wenn die Autobahnen verstopft sind. Seine Sorge zudem: Die Stadt Düsseldorf könnte zur Luftreinhaltung demnächst gezwungen sein, die Ludendorfer Straße für Lkw zu sperren. Auch dies würde Lkw etwa aus Mettmann oder Wülfrath durchs Neandertal und durch Erkrath leiten.

Die Vertreter Düsseldorfs räumten ein, dass die heute 3,80 Meter hohe Brücke Morper Straße bei einem Neubau „möglicherweise“ höher gebaut werden würde. Allerdings gebe es noch keine Planung. Ebenso sei die Stadt Düsseldorf mit der L 404n noch in einem ganz frühen Planungsstadium.

Bürger sagten, sie würden der Düsseldorfer Verwaltung nicht glauben, dass die Lkw nicht über Erkrath geleitet werden sollten. Bürgermeister Arno Werner sagte, es müsse geprüft werden, ob die Brücke so erneuert werden könne, dass sie keinen zusätzlichen Lkw-Verkehr nach Erkrath zulässt.

 
Artikel WZ, Lokalteil Erkrath vom 29.08.07

Erkrath: Angst vor Lastwagen geht um

VON ARNULF RAMCKE

Ratssitzung: Bürger befürchten zusätzlichen Verkehr durch den Ausbau der L 404 n. Fraktionen verabschieden eine Resolution.

Prosaisch wäre wohl von Röte im Antlitz die Rede, faktisch handelte es sich um hektische Flecken, die sich im Gesicht von Andrea Blome ausbreiteten. Mit solchen Verbalattacken hatte die Leiterin des Amtes für Verkehrsmanagement bei der Düsseldorfer Verwaltung wohl nicht gerechnet, als sie gestern auf der Sitzung des Rates zum Verkehrsentwicklungsplan der Landeshauptstadt – und damit zum in Erkrath höchst umstrittenen Ausbau der L 404 n – Stellung nahm.

  „Die Pförtnerfunktion des Brückenbauwerks in Gerresheim ist von großer Bedeutung.“
  Erkraths Bürgermeister Arno Werner

Auch wenn ihr Mitarbeiter Andreas Demny emsig bemüht war, die Bedenken mehrerer tausend Erkrather Bürger zu zerstreuen, die ihre Sorge mit der Unterschrift auf einer Liste kund getan haben – es gelang ihm nicht. „Wir haben Angst vor den Lastwagen“, brachte ein Bürger gestern auf den Punkt, was die meisten der über 200 Besucher in die Stadthalle getrieben haben dürfte.

Die Kausalität zur Brücke in Gerresheim war da schnell hergestellt. Aktuell 3,80 Meter hoch steht sie als rund 100 Jahre altes Bauwerk dem Drang vieler Brummifahrer im Wege, von der Anschlussstelle Mettmann der A 3 über Hubbelrather Weg und Düsseldorfer Straße die Landeshauptstadt anzusteuern. Damit vermeiden sie die Fahrt über die B 7.

Zwar betonten die Düsseldorfer Verkehrsexperten mehrfach, „nicht vorzuhaben, Lkw-Routen durch Erkrath zu führen“ – gleichzeitig sprachen sie jedoch davon, „dass die Brücke in Gerresheim neu und anders und vielleicht höher gebaut werden soll“. Eine vier Meter hohe Durchfahrt würde für deutlich mehr Lastwagen als den jetzt aktuell gezählten 300 die Düsseldorfer Straße zur Option machen.

Mit dem Ausbau des Verkehrsknotenpunkts Gerresheim zur Entlastung der Glashüttenstraße werde „in zwei bis drei Jahren begonnen“, so Blome. Der vierspurige Ausbau der Rothenbergstraße im Bereich des Unterbacher Sees – das zweite Sorgenkind aus Erkrather Sicht – „war nie angedacht“. Das sei kein Thema.

Dass die gesamte Diskussion über den Verkehrsentwicklungsplan, der den Kollaps in Düsseldorf verhindern soll, eigentlich kein Thema für Erkrath ist, wurde schnell deutlich. Die betroffenen Straßen sind Landstraßen und können daher nicht Kraft Erkrather Beschlüsse für den Lkw-Verkehr gesperrt werden.

Die Aussage des Bürgermeisters, „keiner will hier zusätzlichen Verkehr in der Stadt haben“, wurde trotzdem in einen Beschluss gefasst: Die Mitglieder aller fünf Ratsfraktionen stimmten einer Forderung an die Düsseldorfer Amtskollegen zu: Es werde erwartet, heißt in dieser Resolution, den Straßenbau so zu gestalten, dass keine Mehrbelastung für Erkrath entsteht.

 
Home | Überblick | Aktuelles |Termine | Pläne | Bilder | Alternativen | Stellungnahmen | Hintergrund | Webradio | Links | Kontakt
Düsselaue | Im Brühl | Höherhofstraße | Gubener Straße | Morper Straße | Unterbacher See | Klima