Artikel WZ, Lokalteil Erkrath vom 23.11.06

Erkrath: Angst vor Schmutz und Lärm aus Düsseldorf

Auf einer Veranstaltung der Bündnisgrünen zum Ausbau der L 404 äußerten viele Bürger ihre Sorge. Eine Bürgerinitiative wird geplant.

Erkrath. "Alles in Butter, kein Handlungsbedarf" das war die mehrheitliche Auffassung des Rats, nachdem der Verkehrsdezernent der Stadt Düsseldorf, Bernd Thomas, im August versichert hatte, der geplante Aus- und Neubau der L 404 bedeute kein erhöhtes Verkehrsaufkommen für das Erkrather Stadtgebiet.

Etliche Erkrather, vor allem Anwohner der zwei betroffenen Bereiche Unterfeldhaus und Alt-Erkrath teilen diese Sicht nicht. 60 Teilnehmer kamen zur Diskussionsveranstaltung am Dienstagabend in den Kaiserhof. Es sei richtig, erklärte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Ratsfraktion Düsseldorfs, Norbert Czerwinski, dass der im September verabschiedete Verkehrsentwicklungsplan Düsseldorfs eine früher eingezeichnete Lkw-Hauptroute von der A 3 über Hubbelrath und Erkrath nun nicht mehr ausweise.

Doch: "Nur der Name ist weg, die Strecke existiert. Auch ohne Beschilderung findet jedes Navigationssystem die Abkürzung, sobald das bisherige Lkw-Hindernis, die Bahnunterführung Dammer Mühle, ersetzt wurde."

"Jede Menge Pkw sind es jetzt schon bei einem Stau auf der A 3", meinte eine Anwohnerin der Düsseldorfer Straße. Doch nicht nur Stau und geringere Kilometerzahlen machen die Strecke künftig attraktiv. Laut Peter Knitsch (Bündnisgrüne Erkrath) ermöglicht der Ausbau der L 404, Feinstaub belastete Zufahrten zur Düsseldorfer Innenstadt, wie die B 7, zu sperren.

Dass Düsseldorf sich dafür eine wichtige Frischluftschneise bei Gerresheim verbauen, das Naherholungsgebiet Unterbacher See und den Naturschutz hinten anstellen will, stört, so Martin Sieffert von der Düsseldorfer "Initiative gegen die Stadtautobahn", auch etliche Unterfeldhauser, die sich dort bereits engagieren. Ihr Argument: Verkehrsgutachten sprächen einer ausgebauten L 404 die Entlastungsfunktion ab.

"Was kann man tun?", war schnell die zentrale Frage. "Nicht viel", die Antwort vor allem, wenn die Ratsmehrheit bei ihrer Haltung bleibt. "Lärmbelästigung", auch des Rosenhofs, sei rechtlich irrelevant, so Jurist Knitsch. Für Lastwagen sperren dürfe die Stadt die Kreis- und Landesstraßen nicht. Doch: "Im Rahmen der jetzt eingeleiteten Planfeststellungsverfahrens muss die Stadt Erkrath noch einmal gehört werden", so Knitsch.

Sein Rat: Nicht die Rats-Opposition, wohl aber Bürger könnten die Politiker umstimmen. Am 16. Januar nun will sich eine Vielzahl der Teilnehmer erneut treffen um konkrete Schritte abzustimmen, wie die Gründung einer Bürgerinitiative.

23.11.06

Von Hyacinta Hovestadt

© Westdeutsche Zeitung

 
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