Aus der Flaschenpost, Zeitung der DKP Gerresheim, September 2004

Die L 404 geht mitten durch Garagen und Gewerbebetriebe Unternehmen in der Existenz bedroht - Arbeitsplätze gefährdet

Neuer Widerstand regt sich: Die geplante Umgehungsstraße L 404 frisst sich mit ihrem neuen Zubringer nach Erkrath durch das Gewerbegebiet zwischen Eisenbahnlinie und der Straße „Im Brühl". Die projektierten Fahrbahnen führen über einen Geländestreifen parallel zur Bahn, wo heute noch Garagen, Büroetagen, Parkflächen und Lagerhallen stehen. Gleich mehrere Firmen sind auf dem stark frequentierten Gewerbehof Im Brühl tangiert.

Uwe Koopmann, Vertreter der DKP im Gerresheimer Rathaus und entschiedener Gegner der Stadtautobahn L 404: „Was hier in Untergerresheim zwischen den Kleingartenanlagen ‚Im Brühl' und ‚Weidenau' und dem Gewerbehof passiert, das ist eine planerische Frechheit. Man darf aber auch auf die Entstehungsgeschichte nicht vergessen: Als der Rahmenplan Südliches Gerresheim von der Verwaltung vorgestellt wurde, haben alle Parteien Beifall gezollt. Alle? Nein, die DKP nicht. Ich habe bei der Vorstellung des Plans damals im evangelischen Gemeindesaal an der Heyestraße gewarnt, dass sich niemand von den bunten Bildern und schönen Zeichnungen irreführen lassen darf! Genau das ist nun passiert, denn heimlich wurde die L 404 im Bereich ‚Im Brühl' verlegt!"

Durch die lange Baudauer für die neue Gerresheimer Brücke über die Bundesbahnstrecke nach Wuppertal war es auf der abschüssigen Straße Im Brühl zwischen dem Kleingartengelände und dem Gewerbegebiet ohnehin schon zu hohen Belastungen gekommen. Jetzt soll der Verkehrsstrom verlegt werden. Dazu soll zunächst die nördliche Rampe zur Brücke höher gelegt werden, so dass die Fahrbahnen das Höhenniveau der parallel laufenden Eisenbahnschienen bekommen. Jedenfalls bis zur Bahnunterquerung für den Zugang zum Kleingartengelände „Weidenau".

Gleich neben der Gartenzufahrt geht es dann durch die ersten beiden Garagen. Das benachbarte Bürogebäude wird angeschnitten. Mehrere Firmen sind hier tangiert. Auf dem Gelände folgt dann die Firma HaveD GmbH, ein Hardware-Vertrieb, dessen Eingang über den Gewerbehof in Zukunft nicht mehr angefahren werden kann. Dem Möbelgeschäft „fischer's Lagerhaus" gehen die Parkplätze verloren, die jetzt noch vor dem Bahndamm liegen.

Anschließend führt dann die L 404 durch die Hallen des „Getränketempels" und der Zooland GmbH. Keines dieser Unternehmen sieht sich durch die Stadt Düsseldorf hinreichend über die Baupläne informiert. Es gibt Unruhe bei den Geschäftsleuten. Arbeitsplätze wackeln. Unterschriften gegen die Planung werden bereits gesammelt.

Da die neue Fahrbahn die Eisenbahnstrecke nach Erkrath nicht durch den vorhandenen Tunnel unterquert, sondern in einem Bogen zunächst Abstand vom Bahnkörper gewinnen und dann weiter nördlich unter der Bahn an die Straße nach Erkrath herangeführt werden soll, nähert sich die Trasse auch noch mehr der Wohnbebauung nördlich der Morper Straße.

Oberbürgermeister Erwin und seine Stadtverwaltung, die CDU und die FDP sorgen mit dieser Planung dafür, dass der nördliche Zubringer der Stadtautobahn L 404 noch ein Stückchen dichter an das Seniorenheim und den Waldorfkindergarten sowie die Hochhäuser an das Kopfende der Hagener Straße heranrücken.

Uwe Koopmann: "Da machen wir nicht mit! Deshalb engagiert sich die DKP im Rahmen der Bürgerinitiative L 404 gegen Lärm und Dreck und noch mehr Verkehr durch die neue Autobahn. So nicht, Herr Erwin!"