Die Stadt Düsseldorf plant eine vierspurige Stadtautobahn von Unterbach bis nach Flingern

Die Stadtverwaltung und die Mehrheit des Rates der Stadt Düsseldorf planen eine vierspurige Stadtautobahn von Unterbach/Vennhausen über Gerresheim und Lierenfeld nach Flingern. Sie soll durch die Düsselaue östlich der Glashüttenstraße führen und dann ab der neuen Rampenbrücke zunächst nördlich, dann südlich der Bahnstrecke zum Stadtzentrum führen. Die Planung dieser Straße ist verknüpft mit der Absicht, eine vierspurige "Ortsumgehung Flingern" zu bauen. Sie soll von der Grafenberger Allee im Norden über die "Metrospange" und die Ronsdorfer Straße bis nach Oberbilk führen. Im Bereich Vennhausen/Unterbach ist nach der öffentlichen Ankündigung des Bezirksvorstehers des Stadtbezirkes 7 damit zu rechnen, dass die Rothenbergstraße von der Vennhauser Allee bis zur Anschlußstelle "Erkrath/Unterbach" der A 46 ebenfalls vierspurig ausgebaut wird.

Natur und Landschaft werden zerstört, Menschen werden mit Lärm und Abgasen überzogen

Damit wird das Naherholungsgebiet Unterbacher See unter eine Lärmglocke geraten und mit Abgasen verpestet und das Naturschutzgebiet links und rechts der Rothenbergstraße zerstört. Im weiteren Verlauf wird das Landschaftsschutzgebiet in der Düsselaue zerschnitten und dort mit einem hohen Damm eine wichtige Luftleitbahn für die Frischluftversorgung der Stadt Düsseldorf versperrt. Rund um die neue Rampenbrücke und entlang der weiteren Trasse parallel zur bzw. auf der Höherhofstraße und dem Höherweg werden die Menschen in den angrenzenden Wohngebiete und in mehreren Kleingartengeländen mit Lärm und Abgasen überzogen. Wohn- und Lebensqualität werden extrem beeinträchtigt, die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger wird gefährdert.

Die L 404 n wird der neue "Östliche Zubringer" von den Autobahnen A3 / A 46 zur Innenstadt

Mit dieser L 404 neu entsteht ein "Östlicher Zubringer", der dazu dient, Verkehr aus Richtung Wuppertal (A 46) und Köln/Leverkusen (A 3) sowie aus Richtung Erkrath und Hilden aufzunehmen. Über diese völlig neue Strecke wären die Stadtmitte und deren südliche und nördliche Randbezirke gut und schnell zu erreichen. Sie wird einen Teil des Verkehrs anziehen, der jetzt über die B 7 (Bergische Landstraße) in die Stadt geführt wird ebenso wie einen Teil des Verkehrs, der jetzt von der A 46 über die Erkrather Straße und die Karl-Geusen-Straße bzw. über die Witzelstraße und die Münchener Straße in die Stadt geführt wird.

Diese Planung lenkt nicht den Verkehr, sie lockt Verkehr an und erzeugt neuen Verkehr!

Die L 404 n ist als vierspurige Straße geplant. So soll sie besonders leistungsfähig werden, damit möglichst viele Autos und LKWs ohne Stau auf ihr fahren können. In einzelnen Teilbereichen soll sie ohne Rad- und Fußwege und mit Sperrvorrichtungen gegen die Überquerung durch Fußgänger ausgeführt werden. Auf diesen Streckenabschnitten soll eine hohe Geschwindigkeit erreicht werden, damit der Verkehr möglichst zügig fließt.

Auf diese Weise steigt die "Attraktivität" der neuen Straße. Es werden viel mehr Autofahrer angelockt, als bisher auf der alten Trasse der L 404 (Torfbruchstraße, Pöhlenweg) gefahren sind. Es geht also nicht darum, den bisherigen Verkehr von der alten L 404 umzulenken. Vielmehr soll eine neue leistungsfähigere Straße gebaut werden, die viel mehr Verkehr anlocken und verkraften soll - es ist von bis zu 50.000 Fahrzeugen in den Hauptverkehrsstunden des Tages die Rede. Mit den höheren Geschwindigkeiten und dem sprunghaft steigenden Verkehrsaufkommen wird aber gleichzeitig eine viel höhere Belastung der Menschen in den Wohnvierteln entlang der Strecke herbeigeführt. Vierspuriger Ausbau bedeutet gleichzeitig auch mehr Flächenverbrauch. Damit steigt auch die Belastung der Natur und der Naherholungsgebiete weiter.

Weit mehr als 62 Millionen Euro für eine Autobahn, die nur kurzfristig für wenige eine Entlastung verspricht, aber viele direkt belastet und mehr Verkehr in die Stadt zieht

Die neue Straße wird nach einer "Machbarkeitsstudie" eines Ingenieurbüros mehr als 62 Mio. € kosten. Das ist die Schätzung der Mindestkosten auf der Basis der heutigen Preise. Nach aller Erfahrung wird die Straße, wenn sie in einigen Jahren wirklich gebaut würde, noch wesentlich teurer werden. Nur wenige Anwohner einzelner Straßenabschnitte der heutigen L 404 würden durch die geplante neue Straße entlastet. Sehr viele Menschen würden aber neu und wesentlich stärker belastet - von der Zerstörung der Natur und der Erholungsgebiete ganz zu schweigen.

Für diese Straße sollen viele Millionen ausgegeben werden. Geld, dass für konkrete Verbesserungen auf den Straßen in den betroffenen Stadtteilen fehlt. Ob es um die Unterführungen in Flingern geht, um Fußgängerampeln und mehr Sicherheit für Fußgänger und Busbenutzer auf der Heyestraße oder um eine Fußgängerampel auf der Morper Straße in Gerresheim oder um sichere Überwege auf der Rothenbergstraße für die Besucher des Unterbacher Sees, ob es um den Bau durchgehender Radwege im Osten der Stadt oder die Sanierung des S-Bahnhofes Gerresheim geht - Verbesserungen an diesen Stellen werden von der Verwaltung und der Ratsmehrheit in Düsseldorf abgelehnt. Dafür ist kein Geld da. Aber nun, um die L 404 vierspurig neu zu bauen, ist plötzlich Geld im Überfluß vorhanden? Unsere Meinung ist: Hier werden 62 Mio. € plus x verschwendet, die an anderer Stelle dringend gebraucht werden.

Diese Straße darf nicht gebaut werden, weil

Unterstützen Sie die Initiative gegen die Stadtautobahn L 404 n - Wir brauchen Ihre Mitarbeit!

 
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